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Der kühle Coole mit dem Killerblick

Sein Auftreten ähnelt dem einer Katze. Er schlendert gelassen an den Ort des Geschehens und sieht sich um, während die anderen Bandmitglieder Rabatz machen. Zieht sich zurück, raucht in Ruhe eine Zigarette. Seine Bewegungen sind smooth. Nur keine Hektik. Georg (18) bleibt gern im Hintergrund. Das kann sich aber auch ganz schnell ändern: Dann dreht er auf, reißt Sprüche und macht ein paar Moves zur Musik. Georg liebt es zu tanzen, kann die Beine nicht still halten, wenn irgendwo gute Sounds zu hören sind. Die anderen ziehen ihn deswegen auf, aber das stört ihn nicht. Er lässt sich den Spaß nicht verderben! Die Jeans an den Fersen zerissen, das AudioslaveShirt verwaschen, die Haare etwas zerzaust macht er, was er will. Ach ja, die Haare! Obwohl der Wuschel-Look ihm hervorragend steht, trägt Georg seine Haare glatt. In puncto Style wendet er sich schon mal an den zwei Jahr jüngeren Bill:" Findest du, das sieht zu boygroupmäßig aus?" Nein ist die Antwort. Georg Moritz Hagen Listing ist der Pragmatiker unter den Jungs. Spielt Bass, weil damals in seiner ersten Kellerband einfach ein Bassist fehlte. Und weil man "nicht so rumfrickeln muss wie bei ´ner Gitarre". Und weill Bass "so schön smooth" ist. Genau das richtige Instrument für einen Typen wie ihn. "Ich habe mir vorgenommen, mehr Instrumente zu lernen, "sagt er. Klavierspielen möchte er lernen, "das finde ich total geil!" Mit 18 Jahren ist er zwar der Älteste bei Tokio Hotel aber deswegen nicht der Band-Papa. Das stellt Georg ganz schnell klar:" Ich bevormunde die anderen Jungs nicht." Früher war Georg der Rebellische:" Wie das halt so ist, man probiert seine Grenzen aus, guckt, wie weit man gehen kann." Inzwischen ist er ganz friedlich. Für ihn ist die  Doppelbelastung Schule/Band am härtesten. Er ist in der 13. Klasse nächstes Jahr macht er Abi. Das will er durchziehen. Seine Mutter würde zwar erlauben, dass er ein Jahr Pause macht- aber das will Georg nicht. Auch  wenn er in der Schule seit dem erfolg seiner Band im Mittelpunkt steht. Um nicht über Tokio Hotel reden zu müssen, geht Georg nicht mehr auf den Pausenhof, sondern vor die Schule. Bloß kein Aufsehen erregen. "Und wenn jemand ´n Spruch auf dem Gang drückt, da steh ich drüber." Der 18-jährige kann mit schwierigen Situationen gut umgehen. Wie die Eltern von Bill und Tom haben sich auch seine Eltern getrennt. Zu seinem Vater, einem Zahnarzt, hat er keinen Kontakt mehr, Geschwister gibt es nicht. Georg wohnt mit seiner Mutter in Magdeburg. Über die Sache mit dem Vater will er nicht sprechen, das geht ihm zu nahe. Gefühle lässt er lieber auf seinem Bass raus. Nur selten hellt sich Georgs Gesicht auf, die nachdenkliche Stirn entfaltet sich. Dann öffnet er sich ein wenig, gibt seinem Gegenüber einen kleinen Einblick in seine Gefühlswelt- und dann lässt er seinen Charme spielen. Vor allem bei Frauen. Verliebt war Georg einige Male. Für eine Beziehung hat es aber nie gereicht. "Manchmal ist es gar net schön, verliebt zu sein", meint er und erzählt von einem Mädchen, in das er wahnsinnig verknallt war. Ein halbes Jahr lief er ihr hinterher, bis er endlich merkt, dass es keinen Sinn hat. Trotzdem glaubt er immer noch an die Liebe. Und an Freundschaft sowieso. Der 18-jährige hat verschiedene Freundeskreise außerhalb der Band. Leute von der Schule oder vom Handball. Wenn er freihat, geht er gerne weg:" Bei meinen Freunden muss ich mal an gar nichts denken und kriege meinen Kopf klar." Er nennt das "soziale Kontakte pflegen" und muss grinsen, weill sich das so geschwollen anhört. Und immer wenn er grinst, erhellt sich der Raum, und der andere, ernste Georg, hat Pause. Die Schatten auf seinem Gesicht verschwinden. Es ist, als ob sich ein Vorhang auftut, der den Blick freigibt auf einem charmanten Kerl, der witzig ist und schlau. Und das Publikum sitzt andächtig da, lässt sich verzaubern und verlangt einfach nur eines: eine Zugabe......

 
 

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